AKTUELLES DETAILANSICHT

Studierende des Studiengangs "Gesundheitsbezogene Soziale Arbeit" entwickeln inklusive Museumsprojekte

Szene aus einem von Studierenden erstellten Erklärfilm

Szene aus einem von Studierenden erstellten Erklärfilm © Katharina Richter

Dr. Marion Kamphans, Vertretungsprofessorin für „Bildung und Diversity“ an der Hochschule RheinMain, im Gespräch mit Studierenden

Dr. Marion Kamphans, Vertretungsprofessorin für "Bildung und Diversity" an der Hochschule RheinMain, im Gespräch mit Studierenden © Claudia Schymalla

Bachelor-Studierende des Studiengangs Gesundheitsbezogene Soziale Arbeit haben heute ihre Projektergebnisse dem Industriemuseum Rüsselsheim präsentiert. Diese besondere Kooperation zwischen dem Museum und dem Fachbereich Sozialwesen der Hochschule RheinMain kam im Rahmen des Internationalen Museumstags am 17. Mai unter dem Motto "Inklusion - Das Museum für alle" auf Initiative von IMPACT RheinMain zustande. Ursprünglich wollten Studierende des zweiten Semesters unter Anleitung von Dr. Marion Kamphans und Theresa Ziegler einen inklusiven Lernparcours für den Aktionstag entwickeln. Aufgrund der Coronapandemie wurde das Projekt schließlich im Rahmen der Digitalen Lehre umgesetzt.

Zu den Kernthemen "Inklusion", "Industriemuseum", "Rüsselsheim und seine Bewohnerinnen und Bewohner", "Gesundheit" und "Museumspädagogik" präsentierten fünf Arbeitsgruppen ihre unterschiedlichen Ideen für inklusive Museumsobjekte. So schlug eine Gruppe eine Führung von Menschen mit und ohne Sehbeeinträchtigungen vor, die gemeinsam Objekte der Ausstellung erkunden und so ein Verständnis für das gegenseitige Erleben entwickeln und dadurch die Ausstellung intensiver erleben sollen. Das Team um Katharina Richter setzte sich in seiner Arbeit kreativ mit der Geschichte der Frauenrechte auseinander und entwickelte hierfür eigenständig ein Erklärvideo und -Quiz – wofür sich das Team vielfältige Kenntnisse aneignete. Die dritte Gruppe erarbeitete eine „Kulturecke“ in der Bewohnerinnen und Bewohner Inklusion und Diversität wahrnehmen und tolerieren lernen können, z.B. über eine Weltkarte, die die 120 Herkunftsnationen des Opelstandortes abbildet.

Im Themenfeld Gesundheit hatte sich eine Gruppe angedacht, Besucherinnen und Besucher um eine persönliche aber anonyme Gesundheitseinschätzung zu bitten, um so für das Thema Gesundheit zu sensibilisieren. Ergänzend sollte eine Traumreise die Besucherinnen und Besucher dazu einladen, den Alltagsstress hinter sich zu lassen. Die letzte Gruppe stellte einen interaktiven Spieltisch vor, der für ein Gemeinschafts-Quiz von vier Personen zu unterschiedlichen Interessengebieten einladen soll. Ziel war es, Teilhabe und Inklusion über das Gruppenerleben zu fördern. Bei allen Ideen wurde deutlich, dass nicht die reine Wissensvermittlung im Mittelpunkt stehen sollte, sondern vor allem die Art und Weise der Präsentation maßgeblich über den Erfolg beim "Museum für Alle" entscheidet.

Die Vertreterin des Industriemuseums Rüsselsheim, Frau Cornelia Röhlke, war beeindruckt von den Ergebnissen, die in nur acht Wochen und noch dazu rein digital von den Studierenden mit großem Engagement entwickelt wurden. Sie betonte hierbei, dass grundsätzlich die Einbeziehung und Beteiligung von Bewohnerinnen und Bewohnern sowie von Betroffenengruppen bei der Entwicklung inklusiver pädagogischer Angebote sehr wichtig sei, was in den Gruppenarbeiten wegen der erschwerten Umstände natürlich schwierig war. Ein deutlich partizipativer Ansatz soll in der Fortsetzung der Kooperation zwischen dem Industriemuseum Rüsselsheim und dem Fachbereich Sozialwesen in den nächsten Semestern ausprobiert werden.