Aktuell stehen die Betreiber privater Photovoltaikanlagen vor der Herausforderung, dass die Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz 20 Jahre nach Inbetriebnahme ausläuft. Der Weiterbetrieb mit Netzeinspeisung ist ohne staatliche Förderung aber oftmals nicht wirtschaftlich. So könnte die in der Energiewende bereits erreichte Einspeiseleistung privater Haushalte rückläufig werden.

Im Rahmen des Transferprojekts IMPACT RheinMain entwickeln Forscher der Hochschule RheinMain den ENERGIEBROKER, eine vollautomatische regionale Vermarktungsplattform für kleine Mengen erneuerbarer Energien.

Konzept

Wie ein Markt für dezentral erzeugten Strom funktionieren könnte, wird mit dem ENERGIEBROKER gezeigt. Durch Wettbewerb zwischen Energie-Brokern und durch vollständige Automatisierung fallen geringe Transaktionskosten an. Somit könnten Betreiber kleiner Solaranlagen für den eingespeisten Strom höhere Erlöse als bei einer Direktvermarktung erzielen. Nach einmaliger Registrierung beim ausgewählten Energie-Broker sowie der Konfiguration von Parametern wie angestrebten Mindest- und/oder Höchst-Preisen arbeiten alle beteiligten Komponenten vollautomatisch und ermöglichen dadurch so niedrige Transaktionskosten, dass auch ein Handel mit wenigen kWh pro Transaktion wirtschaftlich wird.

Unterstützen Sie unsere Forschung und gewinnen Sie gleichzeitig informative Einblicke in Ihre Stromnutzung

Um diesen Forschungsansatz einem Praxistest zu unterziehen, benötigen wir Ihre Unterstützung. Wir streben erste Feldversuche an und benötigen hierzu Ertrags- und Verbrauchsdaten von realen privaten Haushalten. Dabei liegen Haushalte mit PV-Anlagen bis 25 kWp, aber auch Haushalte ohne PV-Anlage in unserem Fokus. Die generierten Daten werden von Machine Learning-Verfahren genutzt, um Verbrauchs- und Ertragsprognosen zu erstellen. Ihre Daten helfen uns, diese Prognosemodelle zu verbessern. Korrekte Prognosen sind essenziell für einen vollautomatischen Handel, da auf deren Basis verbindliche Angebote erstellt werden.

Zur Datenerhebung installieren wir an Ihren Stromzählern ein Messgerät, das die Zählerstände in kurzen Intervallen per Internet an uns übermittelt. Die Leistungsaufnahme des Messgeräts liegt bei unter 5W. Dabei wird ein Lesekopf von außen an dem dafür vorgesehenen IR-Port des Zählers magnetisch fixiert. Die Installation greift nicht in den Zähler ein und ist vollkommen reversibel. Ergänzt werden diese Zählerdaten von einigen Stammdaten. Für die Verbrauchsprognose benötigen wir Auskunft über die Anzahl an Personen im Haushalt. Für die Ertragsprognose benötigen wir zur PV-Anlage, falls vorhanden, die installierte Leistung in kWp, die Ausrichtung und das Alter (bei verschiedenen Ausrichtungen jeweils pro String), und für die lokale Wetterprognose die Adresse oder die Geo-Koordinaten. Ihre Daten werden DSGVO-konform erhoben und gespeichert. Die Erfassung ist für 12 Monate oder bis Widerruf angesetzt. Ihre Daten werden nur in anonymisierter Form in einen Datensatz eingepflegt, der ggf. veröffentlicht wird.

Wichtiger Hinweis: Bei dem Feldversuch wird nicht mit ihrem Strom gehandelt, Transaktionen werden lediglich simuliert. Idealerweise können wir bei Ihnen Daten eines kompletten Jahreszyklus erfassen, das Messgerät also für ein Jahr bei Ihnen in Betrieb lassen.

Wir würden uns sehr freuen, falls wir Ihr Interesse geweckt haben und Sie die Forschung mit Ihren Daten unterstützen möchten.

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Voraussetzungen

Sie benötigen entweder ein Smart-Meter-Gerät oder einen elektronischen Zähler mit optischer Schnittstelle. Darüber hinaus muss am Standort des Zählers ein Netzwerkzugang (beispielweise ein Gast-WLAN) möglich sein, um die Daten ins Internet zu übertragen. Die Installation der Messgeräte wird i.d.R. von uns durchgeführt. An einem do-it-yourself-Kit zur eigenen Installation auf Wunsch wird aktuell gearbeitet.

Welche Vorteile bietet die Datenspende für Sie?

Die erfassten Daten stellen wir Ihnen zur eigenen Auswertung in Echtzeit zur Verfügung. Damit können Sie Rückschlüsse auf die Grundlast und Verbrauchsspitzen nutzen, um den eigenen Stromverbrauch zu optimieren. Die von uns aus den Daten generierten Verbrauchs- und Ertragsprognosen können Ihnen auf Wunsch ebenfalls zur Verfügung gestellt werden.

Beispiel für ein installiertes Testgerät
In den beiden folgenden Abbildungen sehen sie eine Installation des Testgeräts an zwei Zählern. Die Leseköpfe werden magnetisch in Position gehalten.

Der Einplatinencomputer kann in der Nähe montiert werden. Hier sind lediglich ein Stromanschluss und Netzwerkzugang (LAN / WiFi) nötig. Die Größe entspricht in etwa einer Abzweigdose. Bei dem hier gezeigten Modell fällt ein jährlicher Stromverbrauch von etwa 50 kWh an.